Geschlechtsspezifische Gewalt
Bildung wirkt als Schutz.
Die geschlechtsspezifische Gewalt (im Englischen gender based violence - GBV) beinhaltet alle Arten von Gewalt (psychische, körperliche, wirtschaftliche, sexualisierte), die gegen eine Person aufgrund ihres biologischen und/oder sozialen Geschlechts gerichtet sind.
Mädchen und besonders Frauen sind in hohem Mass Opfer von z.B. häuslicher und sexualisierter Gewalt, jedoch nicht ausschliesslich. Geschlechtsspezifische Gewalt tritt häufig in Abhängigkeitssituationen (finanziell, familiär, strukturell) auf.
GBV in der Maasai-Gemeinschaft
FGM - Die zentrale Form der geschlechtsspezifischen Gewalt ist die weibliche Genitalverstümmelung, die in der Maasai-Gemeinschaft ein traditionell und kulturell bestehendes Ritual des Übergangs von der Kindheit zum Erwachsensein darstellt und oft vor der Verheiratung durchgeführt wird. Weit verbreitet ist die Praxis (fast 80%) in bestimmten Regionen wie z.B. Narok oder Kajiado.
Ca. 45% der kenianischen Frauen (zwischen 15-49 Jahren) sind laut nationalen Umfragen Opfer von häuslicher Gewalt, ca. 14% von sexueller Gewalt, was auch so in Regionen mit hohem Maasai-Anteil vorkommt.
Eine ebenfalls weitverbreitete Form der geschlechtsspezifischen Gewalt ist die traditionelle Kinder– oder Zwangsheirat von jungen Mädchen im frühen pubertären Alter (FGM vorausgesetzt), um z.B. den Reichtum der Familie zu erweitern. Die Bildung der Mädchen wird dadurch entweder unterbrochen oder beendet, was zu einem niedrigen Bildungsniveau der Betroffenen führt, die anschliessend sehr viel häufiger von Formen der häuslichen Gewalt und anderen Arten der geschlechtsspezifischen Gewalt berichten als Mädchen oder Frauen mit hohem Bildungsniveau.