Möchte ein Maasai heiraten, ist er verpflichtet den Brauteltern einen Brautpreis in Form von Rindern zu bezahlen. Bei der polygamen Lebensweise heisst das natürlich, dass ein Mann viele Rinder braucht, wenn er mehrere Ehefrauen haben möchte. In der Regel sind es 1-5 Ehefrauen, ohne Grenze nach oben. Die Frauen haben diesbezüglich kein Mitspracherecht. Ebenso wenig wie bei der weiblichen Beschneidung bzw. weiblichen Genitalverstümmelung, die schon im Kindesalter durchgeführt werden kann. Eine alte Tradition verlangt, dass Mädchen diese Prozedur durchlaufen müssen, bevor sie verheiratet werden können. Die Ablehnung von Kondomen sowie das angesprochene Sexualverhalten sorgen dafür, dass die Maasai sehr anfällig für HIV-Infektionen sind. Übrigens werden bei den Maasai auch die Jungen im Alter zwischen 7 bis 15 Jahren beschnitten, ohne Betäubung, ohne besondere hygienischen Massnahmen und mit den verschiedensten Werkzeugen. Im Alter von 35 Jahren wechselt ein Maasai die Altersklasse und gehört nach einem speziellen Zeremoniell dem Ältestenrat an. Dieser regelt alle Stammesangelegenheiten in Abstimmung. Eine Führungsposition gibt es bei den Maasai nicht.
Um bisheriges Maasai-Land in Nationalparks umzuwandeln, haben sowohl die tansanische als auch die kenianische Regierung versucht, die Maasai umzusiedeln und von einer sesshaften Lebensweise zu überzeugen (z.B. Serengeti-NP). Der Erfolg dieser Regierungsmassnahmen war bisher eher dürftig. Immer wieder werden Maasai und ihre Rinderherden von Naturreservaten ausgesperrt. Die Maasai haben deshalb eine Dachorganisation gegründet um ihre Landansprüche gegenüber staatlichen Eingriffen zu vertreten.