Mädchen werden weniger beschnitten und verheiratet, wenn die Umwelt intakt ist.
Zum Projekt "Trees for Girls" von «Tareto Africa» ist es notwendig zu wissen, dass der "Reichtum" der Maasai in Tieren gemessen wird, also Ziegen, Schafen und ganz besonders Rindern. Es ist nicht unüblich, dass Maasai viele Geschäfte über ihre Tiere abwickeln, z.B. werden auch immer wieder Schulgebühren mit Tieren beglichen.
Da Kenia in den letzten Jahren immer härter von Dürren und Überschwemmungen aufgrund des Klimawandels betroffen ist, passiert es vermehrt, dass der "Reichtum" der Maasaifamilien daran zugrunde geht, sprich viele Tiere sterben, was die Existenz der Familie massiv bedroht.
Eine verheiratete Maasaifrau versorgt bis zu 10 Kinder. Ein Maasaimann kann je nach Anzahl Rinder, die er sein Eigen nennt, zwischen drei und zehn Ehefrauen haben. Der Preis für eine Ehefrau liegt zwischen 10 und 25 Rindern und ist an den Brautvater zu entrichten.
Sterben nun viele Rinder einer Familienherde durch Dürren oder Überschwemmungen, versucht das Familienoberhaupt den Verlust auszugleichen, indem er eine oder mehrere Töchter verheiratet, was bei den Maasai schon im Kindesalter möglich ist und somit einer Kinderheirat entspricht, die offiziell verboten ist. Grundvoraussetzung dafür: Das Mädchen ist beschnitten.
Nun versucht Tareto Africa dieser Kultur entgegenzuwirken mit dem Projekt "Trees for Girls", also so viel wie möglich Bäume zu pflanzen, um den Folgen des Klimawandels etwas entgegenzusetzen; weniger Dürren und weniger Überschwemmungen in den nächsten Jahrzehnten sind die Hoffnung, dadurch weniger Kinderheirat und weniger Beschneidungen.
Ein hehres Ziel, das sehr viel Geduld erfordert. Und natürlich ist auch jahrelange Pflege dafür erforderlich. Wie das gelingen kann und welche Symbolik noch mit in diesem Projekt verbunden ist, können Interessierte in den Projektberichten nachlesen.
Projektberichte